Wie funktioniert Siebdruck?

Grob gesagt wird im Siebdruck die Farbe mittels eines Gewebes auf das Substrat übertragen.

Zuerst wird das auf ein Metallrahmen gespannte Siebgewebe mit einer lichtempfindlichen Emulsion beschichtet. Diese wird anschließend getrocknet. Die Feinheit des Gewebes, die Fadendicke und die zum Einsatz kommende Rakel im Druckprozess entscheiden später über den Farbauftrag.

Standartgewebe sind zum Beispiel ein sogenanntes 120er. Das bedeutet, dass ca. 120 Fäden pro cm verlaufen. Es gibt aber auch gröbere. Auf der Abbildung sieht man ein 44er, also nur 44 Fäden pro cm. Ebenfalls ist die sogenannte Kopierschicht (lila) zu erkennen. Diese, getrocknet und gehärtet, versigelt die Maschen. Keine Farbe dringt mehr hindurch. Die Härtung wird durch die Belichtung erreicht. Alle Bereiche die später Farbdurchlässig sein sollen werden beim Belichtungsprozess so verdeckt, dass kein Licht an sie dringt. Dann kann dieser teil leicht mit Wasser aufgespült werden.

Hier ist der erste Vorgang des Druckprozesses an einer EMMTEC 444, einem ¾ Automat zu sehen.

Die sogenannte Flut- oder Füllrakel besteht meist aus Aluminium oder Edelstahl und überzieht die Druckform mit der zu druckenden Farbe. Bis zum „Durchdruck“ werden so die Maschenöffnungen im Druckbild mit Farbe gefüllt

Der zweite Vorgang ist hier abgebildet. Die Druckrakel drückt durch die offenen Maschen im Sieb die Farbe auf das zu bedruckende Substrat. Im abgebildeten Beispiel wurde ein Mattlack auf Stellen gedruckt, hinter die später eine Leuchtdiode verbaut wird. Mit dem Mattlack wird eine milchige Lichtstreuung erreicht.

Der oder das Rakelgummi ist mitentscheidend für den Farbauftrag, die Druckschärfe und letztlich für die gesamte Druckqualität.